Stagnation im Trinkwasser vermeiden – Spülpflicht & Hygiene­maßnahmen nach VDI 6023

Stagnation im Trinkwasser vermeiden – Spülpflicht & Hygienemaßnahmen nach VDI 6023

Stillstand in Trinkwasserinstallationen führt schnell zu hygienischen Problemen. Stagnierendes Wasser verliert seine Qualität, Temperaturen verändern sich, und Keime wie Legionellen finden ideale Bedingungen zur Vermehrung. Daher ist es laut VDI 6023 Pflicht, Stagnation zu verhindern und regelmäßig Spülungen durchzuführen.

Ursachen von Stagnation

Stagnation entsteht, wenn Wasser über längere Zeit nicht ausgetauscht wird – etwa durch selten genutzte Leitungsstränge, ungenutzte Gästezimmer oder Leerstände. Besonders gefährlich ist Stagnation bei Temperaturen zwischen 25 °C und 45 °C, da hier Legionellen optimale Wachstumsbedingungen finden.

Spülpflicht und Betreiberverantwortung

Betreiber und Eigentümer sind verpflichtet, durch geeignete Maßnahmen die Wasserqualität zu erhalten. Nach VDI 6023 und DVGW W 551 müssen alle Entnahmestellen regelmäßig genutzt oder automatisch gespült werden. Eine dokumentierte Spülung ist Bestandteil der Betreiberpflichten.

Technische Lösungen gegen Stillstand

  • Automatische Hygienespülsysteme mit Temperaturüberwachung
  • Manuelle Spülungen in festgelegten Intervallen
  • Nutzungssimulationen über Zeitschaltprogramme
  • Dokumentation aller Spülvorgänge über digitale Tools

Praxis-Tipp

In Gebäuden mit wechselnder Nutzung, z. B. Schulen, Hotels oder Pflegeheimen, sind automatische Spüleinrichtungen die effizienteste Lösung. Sie sichern den bestimmungsgemäßen Betrieb und dokumentieren jede Spülung revisionssicher.